Certina DS

Die Erfolgsgeschichte

 

Mitte der fünfziger Jahre machte sich ein Team um den Ingenieur Philipp Kurth daran, eine möglichst robuste Armbanduhr zu entwickeln. Mithilfe unzähliger Experimente kam man schlussendlich auf das Konstruktionsprinzip der DS-Modelle. DS steht für „Doppelte Sicherheit“. Diese wurde erreicht, indem man neben der herkömmlichen Stosssicherung (Incabloc) das ganze Werk mithilfe eines elastischen Stossdämpferrings „schwimmend“ im Gehäuse befestigte. Ausserdem gab es einen Luftspalt zwischen Zifferblatt und Gehäuse, und so konnte sich das Werk in alle Richtungen bewegen. Weitere Merkmale waren zusätzliche Dichtungen, ein extra dickes und armiertes Plexiglas sowie ein verstärkter Gehäuseboden.

Certina Echo Winter 1968Trotz der klassischen Formgebung mit den Bombay-Bandanstössen war die Uhr also sehr robust. Sie hielt Stösse bis zu sechs Metern aus und war bis zu 200 Metern wasserdicht. Die ersten Exemplare, die 1959 auf den Markt kamen, hatten Dauphine-Zeiger, einen glatten Gehäuseboden, noch ohne das Schildkrötenlogo, und als Werk war das Kaliber 25-45 bzw. 25-451 verbaut.
Ganz frühe Exemplare hatten noch einen Hinweis auf die Patentanmeldung anstelle der Patentnummer auf der Innenseite des Bodens eingeprägt. Dieses Patent (346825) bezog sich auf die elastische Halterung des Werks und wurde am 8. Mai 1958 vom Gehäusehersteller Huguenin Frères aus Le Locle angemeldet (siehe Patentzeichnung rechts).

Ab Ende 1960 wurde das neue Kaliber 25-65 bzw. 25-651 eingesetzt und fortan die berühmte Schildkröte in den Gehäuseboden eingeprägt, wobei die Handaufzugs-Version einen glatten und die Automatik-Version einen gewellten Boden hatte. Hier finden Sie einige Bilder, anhand derer man die „Evolution“ des Gehäusebodens sehen kann.

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Certina DS1960 konnte die Certina DS ihre Robustheit auf dem Himalaya beweisen. Am 13. Mai 1960 gelang es einem Schweizer Team unter der Leitung von Max Eiselin, auf den Gipfel des Dhaulagiri (8167m) zu gelangen. Das war zu diesem Zeitpunkt der vorletzte noch nicht bestiegene 8’000er.
Bei dieser Expedition wurde erstmals ein Transportflugzeug eingesetzt um die Ausrüstung sowie die Expeditionsteilnehmer ins Basislager 2 auf 5700 m Höhe zu transportieren. Der Prototyp des Pilatus Porter PC-6 (HB-FAN), von Eiselin „Yeti“ getauft, stellte dabei den heute noch gültigen Rekord für die höchstgelegene Landung auf. Er stürzte jedoch bei einem, der in dieser Höhe schwierigen, Startmanöver am 5. Mai 1960 ab, ohne dass jemand verletzt wurde.

Gehäuseboden der Uhr von Max EiselinDie Mitglieder dieser Expedition wurden von Certina mit DS Automatic Uhren ausgerüstet. Es handelte sich um die Referenz 5601 003 mit Datum, augestattet mit einem Guy Frères Metallband. Auf dem Gehäusedeckel dieser Uhren ist der Schriftzug „Schweizer Himalaya Expedition 1960“ eingraviert (siehe Bild rechts). Im Oktober 2015 durfte ich Max Eiselin persönlich treffen und hatte dabei die Gelegenheit seine Uhr zu fotografieren.
Die Uhren waren danach auch bei Eiselins Expedition auf den Hindukusch im Jahr 1963 dabei. In seinem Buch „Wilder Hindukusch“ sind sie als Ausrüstungsgegenstände sogar erwähnt.

Weitere werbewirksame Härtetests unterstrichen die Belastbarkeit des DS-Konzepts. So wurde die Certina DS zum Inbegriff einer besonders robusten und jedem Sport gewachsenen Uhr.

Um das Thema Robustheit zusätzlich zu unterstreichen, brachte man 1964 die „DS Automatic Amagnetic“ heraus. Dieses Modell verfügte über einen zusätzlichen Magnetschutz bis zu maximal 800 Gauss (500 permanent).

Nebst den unten aufgeführten Modellen, gab es auch einige Taucheruhren aus der DS-Linie. Diese finden Sie in der entsprechenden Rubrik.

Als 1968 schliesslich mit der DS-2 das Nachfolgemodell präsentiert wurde, waren weltweit über 300’000 Stück der DS verkauft worden.

Modell Referenz Kaliber Abmessungen mm Bemerkungen
DS Handaufzug
DS 5101 013 Certina 25-36 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Handaufzug. Ohne Datum
Diverse Zifferblatt-Varianten
1959 bis 1960
DS Handaufzug
DS 5101 013? Certina 25-66 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Handaufzug. Ohne Datum
Diverse Zifferblatt-Varianten
1960 bis 1968
DS Handaufzug
DS 5301 013 Certina 25-661 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Handaufzug
Datum, keine Datumsschnellschaltung
Diverse Zifferblatt-Varianten
1960 bis 1968
Modell Referenz Kaliber Abmessungen mm Bemerkungen
DS Automatik
DS Automatik 5601 012 Certina 25-45 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Ohne Datum
Diverse Zifferblatt-Varianten
Dauphine-Zeiger
1959 bis 1960
DS Automatik
DS Automatik 5601 003 Certina 25-451 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Datum, keine Datumsschnellschaltung
Diverse Zifferblatt-Varianten
1959 bis 1960
DS Automatik
DS Automatik 5601 112 Certina 25-65 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Ohne Datum
ZB schwarz
Mit Leuchtfarbe ausgelegte Indexe
Ab 1960
DS Automatik
DS Automatik 5601 112 Certina 25-65 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Ohne Datum
Diverse Zifferblatt-Varianten
Ab 1960
DS Automatik
DS Automatik 5801 112 Certina 25-651 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Datum, keine Datumsschnellschaltung
Diverse Zifferblatt-Varianten
1960 bis 1968
DS Automatik
DS Automatik 5806 012 Certina 25-651 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Datum, keine Datumsschnellschaltung
Gehäuse in 20 Micron Goldplaqué
Diverse Zifferblatt-Varianten
1960 bis 1968
DS Automatik
DS Automatik 5880 112 Certina 25-651 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Datum, keine Datumsschnellschaltung
Gehäuse in 18 Karat Gelbgold
1960 bis 1968
Modell Referenz Kaliber Abmessungen mm Bemerkungen
DS Automatik Amagnetic
DS Automatik Amagnetic 5801 114 Certina 25-651 36 x 45.5 x 11.5
BA: 18
Magnetische Widerstandsfähigkeit 500 Gauss. Datum ohne Schnellschaltung
Bisher 3 Zifferblatt-Varianten bekannt
Ca. 1964 bis 1968

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Update: 04.02.2016

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